Das Abenteuer von Brieftaube Betty

Das Abenteuer von Brieftaube Betty

Zuletzt aktualisiert am 28. August 2021

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Bereits kurze Zeit später flogen mehrere Störche an ihr vorbei, die aufgeregt ihre Position änderten. „Hey!“, rief Betty.„Ihr habt es ja scheinbar ziemlich eilig. Wohin geht denn die Reise?“

Von Störchen wusste Betty bisher nicht viel. Nur, dass sie lange Strecken zurücklegten und viel, viel größer waren, als Tauben. Das konnte sie jetzt deutlich sehen.

Die meisten Störche beachteten sie nicht und behielten das schnelle Tempo bei. Doch einer von ihnen schien genauso neugierig zu sein, wie Betty es war. Sie stellte sich freundlich vor: „Ich bin Stella und fliege zum zweiten Mal diese lange Strecke. Und wer bist du?

Die zwei unterhielten sich einige Zeit freudig und Betty erzählte von ihren Briefen, die sie austeilte und ihren Erlebnissen auf den verschiedenen Routen. Stella schaute sie ganz erstaunt an und meinte: „Davon habe ich zuvor noch nie etwas gehört. Bei uns Störchen ist das etwas anders…“ 

Nun lauschte die kleine Brieftaube ganz gespannt den Geschichten, die Stella zu erzählen hatte. Sie berichtete davon, dass es dort, wohin die Störche jedes Jahr fliegen, sehr warm ist. Und, dass dort ganz große Tiere leben, die es hier nicht gibt.

Riesengroße Elefanten, Giraffen mit ganz langen Hälsen und Zebras, die wie Pferde aussehen, aber schwarze und weiße Streifen haben. Sie versammeln sich meistens an den Wasserstellen, um ihren Durst zu stillen.

Auch viele Vogelschwärme treffen sich an den Wasserstellen, um gemeinsam im Warmen zu überwintern. Stella schwärmte: „Besonders hübsch sind die großen Vögel, die auf einem Bein stehen und ein rosa Gefieder haben. Die nennt man Flamingos! Komm doch einfach mit, Betty! Deinen Brief, kannst du doch auf dem Weg dorthin abgeben!“ Betty überlegte. Das hörte sich sehr verlockend an. 

Sie konnte sich dieses Abenteuer einfach nicht entgehen lassen. Betty verabschiedete sich kurz von Stella und brachte den Brief auf die kleine Insel, die mittlerweile genau unter ihnen lag. Schnell pickte sie noch ein paar für sie bereitgestellten Körner aus einer Schüssel auf und schwang sich wieder elegant hinauf zu den Störchen. 

Schnell fand sie Stella wieder, die ihr einen Platz im Windschatten anbot, damit sich Betty etwas ausruhen konnte. Das Tempo der großen Störche war für Betty nämlich ganz schön schnell.

Die kleine Taube und Stella verstanden sich so gut, dass sie das Gefühl hatten, sich schon ganz lange zu kennen. Und während des Fluges erfuhr Betty sehr viel über den schönen Ort, den Stella „Afrika“ nannte. Stella erzählte in einer sehr lebhaften Art und Weise.

Man hatte das Gefühl förmlich dabei zu sein. In Afrika schien sogar die Sonne größer und heißer zu sein, als auf der Insel, auf der Betty lebte. Allein vom Zuhören spürte Betty die Wärme auf ihren Flügeln und stellte sich die Elefanten und Flamingos an der Wasserstelle vor.

Langsam wurde Betty müde. Sie war die langen Flüge nicht gewohnt und brauchte dringend eine Pause. Doch die Störche dachten gar nicht daran eine Pause einzulegen und die kleine Brieftaube merkte, dass sie diese weite Reise nicht durchstehen würde.

Plötzlich fiel ihr auch Hannes ein, der sich bestimmt wieder große Sorgen um sie machte, falls sie solange nicht zurückkehrte. Betty fasste daher einen Entschluss.

„Liebe Stella“, sagte Betty. „Ich danke dir, dass du mir auf der Reise so viel interessantes über Afrika erzählt hast. Ich bin sehr froh, dich kennengelernt zu haben. Durch deine Erzählungen habe ich das Gefühl, selbst dort gewesen zu sein. Doch jetzt freue ich mich wieder auf mein Zuhause.

Obwohl Betty die ganze Zeit dachte, dass die Störche sie gar nicht wahrnahmen, drehten sich nun plötzlich alle um und klapperten ganz laut mit den Schnäbeln. Das sollte sicher „Auf Wiedersehen“ heißen. Sie gurrte zurück und machte sich freudig auf den Rückweg und überlegte bereits, was sie den anderen Tauben erzählen würde. 

Bereits jetzt freute sich die kleine Brieftaube auf ihre weiteren Flüge und auf die Abenteuer, die sie als nächstes erleben würde.

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