Die unheimliche Ritterburg

Die unheimliche Ritterburg

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Und dass er genauso viel Angst hatte, dass man ihn aus seiner Burg verjagen würde, wenn man erst wüsste, dass er kein Feuer mehr speien konnte und gar nicht mehr so furchterregend war, wie alle dachten. Deshalb lebte er jetzt sehr zurückgezogen in seinem Reich und war sehr einsam.

„Aber was passierte mit den ganzen Fremden und vor allem dem kleinen Wiesel, die bei dir auf Nimmerwiedersehen verschwunden sind?“ fragte das scheue Reh Mathilda und alle anderen spitzten ihre Ohren.

„Ganz einfach!“, sagte der alte Drache. „Die Fremden sind sehr neugierig und möchten hier in der Burg starke Ritter treffen und bestenfalls mit ihnen reden. Und wenn sie dann in den alten Gemäuern keine vorfinden, verirren sie sich schnell in der großen Burg. Dann folgen sie einem schmalen Pfad, der besonders finster ist. Der führt sie zu einem unterirdischen Burggewölbe und dort befindet sich ein geheimes Labyrinth, das sie auf die andere Seite des Flusses hinter dieser Burg bringt. Dabei gruseln sie sich mächtig und werden sich an dieses Abenteuer noch lange erinnern. Die Ritterburg werden sie sicher nicht so bald wieder besuchen und auch keinem anderen dazu raten. Und ich habe wenigstens ein wenig Spaß und etwas Abwechslung.

„Das Wiesel kennt mich schon länger und weiß von meiner Geschichte. Es besucht mich ab und zu. Damit mein Geheimnis gewahrt bleibt und ich weiterhin hier in Ruhe hausen kann, hat es mir versprochen, mit niemandem darüber zu sprechen.“

Dann meldete sich die Eule Berta neugierig zu Wort: „Aber woher erscheint denn die unheimliche Stimme, wenn jemand an dein Tor klopft?“

„Vielleicht sind es die ehemaligen Bewohner, die Rittergeister, die hin und wieder mal ihre Burg aufsuchen, um nach dem Rechten zu schauen?“, überlegte der schlaue Fuchs Anton.

Lange antwortete der Drache nicht auf diese Frage, bis er schließlich mit tiefer und rauchiger Stimme sagte: „Das wird für immer ein Geheimnis bleiben!“

Lissi, das kleine Waldmäuschen und die mutigste von allen aus der Gruppe meinte: „Weißt du Berta, wenn man vor jemanden oder vor etwas riesige Angst hat, dann erscheint einem alles viel größer, lauter und gewaltiger, als es in Wirklichkeit ist.

Alle Tiere nickten zustimmend.

Der alte Drache tat ihnen etwas leid und sie wollten ihn schützen. Es sollte weiterhin ein großes Geheimnis bleiben, in welches nur sie eingeweiht waren. Und kein anderer sollte jemals erfahren, was sich hinter den Burgmauern verbarg, solange der Drache es bewohnte. Da waren sich alle einig.

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2 Kommentare zu „Die unheimliche Ritterburg“

  1. Ich habe meinen Kindern schon fast alle Geschichten vorgelesen und wir fanden sie alle super! Auch diese hier ist schön und auch ein bisschen unheimlich. Es war aber etwas schwierig mit so vielen verschiedenen Stimmen vorzulesen und immer schnell herauszufinden, wer gerade spricht.
    PS: auf der letzten Seite der Absatz der mit „Das Wiesel kennt mich schon länger…“ beginnt müsste auch noch in die vorherigen Gänsefüßchen mit rein.
    Vielen Dank für die tollen Geschichten!

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