Marlins erste Weihnachten

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Gemeinsam gingen sie noch ein paar Schritte weiter, bis die Igelfamilie an einem alten Schuppen anhielt. „Wir besuchen jetzt die Mäuse und bringen ihnen die restlichen Kekse vorbei. Möchtest du vielleicht mitkommen?“ 

Marlin ließ sich von den fröhlichen Igeln überreden und folgte ihnen ebenfalls in den alten Fahrradschuppen. Hinter den Holzwänden war es wohlig warm und windgeschützt. Er beobachte neugierig, wie einige der Mäusekinder gerade damit beschäftigt waren, bunten Weihnachtsschmuck aus Vogelbeeren und Eicheln zu basteln, um sie dann an kleinen Zweigen in einer Vase zu befestigen. 

Zwei weitere Mäusekinder summten fröhliche Lieder und strickten warme Mützen und Handschuhe. „Ihr habt es hier aber richtig gemütlich!“, rutsche es Marlin aus Versehen heraus. Zur Verwunderung der Mäuse und Igel verabschiedete er sich daraufhin ganz eilig und machte sich wieder auf den Heimweg.

Plötzlich fiel ihm auf, dass aus allen kleinen Schlitzen und Löchern warmes Licht und köstliche Gerüche strömten. „Sind denn alle nur noch mit Weihnachten beschäftigt?“, fragte sich Marlin. Diesmal klang es nicht mehr grummelig, sondern etwas traurig. 

Marlins Schlafplatz befand sich in einer dunklen Garage im Hinterhof einer Autowerkstatt. Hier war er ganz allein und hatte seine Ruhe. Nur der Marder Schorsch und ein paar streunende Katzen trauten sich hierher. Als er sich umsah und so gar nichts weihnachtliches entdeckte, nahm er sich ganz fest vor, die nächste Woche einfach zu verschlafen. Und wenn er aufwachen würde, wäre Weihnachten und der ganze Trubel um das Fest schon längst vorbei. 

Marlin schaffte es tatsächlich einige Tage tief und fest zu schlafen. Er bemerkte dabei gar nicht, dass sich die anderen Tiere in der Zwischenzeit Sorgen um ihn machten. Jedes Mal, wenn sie an der alten Autowerkstatt vorbei liefen, war kein Licht zu sehen. Sie trafen ihn auch nicht auf seinen täglichen Streifzügen in der Dämmerung und hörten auch nicht das Klappern und Scheppern der Mülltonnen, die Marlin gerne abends nach etwas Essbarem durchsuchte. 

„Komm wir gehen jetzt mal da rein und sehen nach ihm!“, sagte Schorsch zu Piet. Die zwei waren schließlich die einzigen Tiere, die sich wirklich in die dunklen Garagen trauten. Die anderen Bewohner des Bezirks bewunderten den Mut der beiden und drückten ihnen die Daumen. Sie hofften insgeheim, dass Marlin wohlauf ist und sie alle gemeinsam Weihnachten feiern können. 

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