Die Rübchenzählerin

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„Wer war das? Wenn ich den erwische….“, rief sie verärgert und schaute der Reihe nach ihre Hasenkinder an. Alle machten einen sehr unschuldigen Eindruck und beteuerten mit allen verfügbaren Pfoten nichts mit den angeknabberten Rüben zu tun zu haben. „Hmm, es konnte keiner von euch gewesen sein, da die Möhre ja von unten angeknabbert wurde“, stellte die Hasenmutter fest. „Doch wer mag es dann gewesen sein?“ „Sei nicht traurig“, sagten alle wie aus einem Munde. „Wir werden den Dieb schon finden.“

Die Hasenmutter fand nun fast täglich eine angeknabberte Mohrrübe in ihrem Beet und obwohl sie ganz genau Ausschau hielten, war der Räuber nicht mehr zur Stelle. Den ganzen Tag tat sich nichts im Beet. Sogar jedes der Hasenkinder hielt abwechselnd Wache. Der Hasenvater beschloss sich eines Nachts auf die Lauer zu legen. Aber als es ganz dunkel wurde, schlief auch er versehentlich ein. In den nächsten Nächten passierte das gleiche und die Hasenmutter schaute traurig auf die immer weniger werdenden Rüben in ihrem Beet.

„So kann es nicht weitergehen“, überlegte sie. „Da bleibt für meine Rübentorte kaum noch etwas übrig!“ Sie verschwand rasch in der Hütte und holte kleine, bimmelnde Glöckchen hervor. Noch bevor es dunkel wurde band sie sorgfältig die Glöckchen um das Wurzelkraut der Rüben. Sie war sich sicher: „Jetzt gab es kein Entkommen mehr für den Rübendieb“. Sobald jemand an der Rübe zieht, würde das ganze Beet läuten, da war sie sich sicher.

In dieser Nacht blieben die Haseneltern mit einer Laterne draußen vor der Hütte und warteten. Fast fielen ihnen die Augen zu, als es plötzlich ganz leise bimmelte. Ein ganz kleiner Kopf mit eng angelegten, spitzen Öhrchen lugte ganz überrascht aus der kleinen Öffnung im Beet. Das kleine Wesen kniff die Äuglein ganz fest zusammen und war vom hellen Licht der Hasenlaterne geblendet.

Der Hasenvater lief blitzschnell zum Beet und stellte das kleine Wesen zur Rede. „Wer bist du?“, fragten die Haseneltern. „Ich bin die Rübchenzählerin“, sagte das kleine Tier. „Aha so nennen sich also mittlerweile die Diebe, die sich aus fremden Beeten bedienen!?“, fragte die Hasenmutter und schaute dann verdutzt zum Hasenvater. „Ich bin keine Diebin sondern eine Wurzelmaus, die Rüben zählt.“ “Und was macht eine Rübchenzählerin in unserem Beet?“ fragte der Hasenvater.

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