Die Rübchenzählerin

Zuletzt aktualisiert am 24. April 2021

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„Ich unterrichte jede Nacht die Kinder der Wurzelmäuse. Momentan lernen die kleinen Mäuse das Zählen. Die Rüben in eurem Feld sind ganz bunt und nicht einheitlich schwarz wie auf dem Nachbarfeld. So bunte Rüben sind selten. Wir dachten sie wären hier ganz wild gewachsen.“

„Das Zählen mit den bunten Rüben hat den Kindern viel mehr Spaß gemacht, zudem ist es einfacher, wenn alle Wurzeln verschieden aussehen. Wenn die Schüler richtig gezählt haben, darf jeder als Belohnung ein Stückchen von der Rübe abbeißen. Ein weiteres Stückchen nehmen sie mit nach Hause, um es dort für den Winter zu trocknen. Damit wir den Winter gut überstehen, braucht jeder von uns eine bestimmte Anzahl von getrockneten Rübchen. Deshalb ist für uns das Zählen so wichtig! Noch üben wir fleißig und haben erst wenig zusammensammeln können.“

„Zum Glück!“ meinte der Hasenvater. „Sonst wäre das Beet längst abgeerntet.“ Alle mussten dabei etwas verlegen schmunzeln. Damit die Hasenbeete aber in Zukunft etwas verschont blieben, bekam die Rübchenzählerin einige Samen von der Hasenmutter geschenkt. So konnten sich die Wurzelmäuse ein eigenes Beet mit bunten Rüben anlegen. Danach verabschiedeten sie sich voneinander und jeder ging wieder seines Weges.

Bei der Hasenfamilie nahte nun endlich das ersehnte Dorffest und die Hasenmutter begann mit der Vorbereitung der leckeren Rübentorte. Plötzlich fiel ihr ein, dass die Rübchenzählerin etwas von schwarzen Rüben auf dem Nachbarfeld erzählte.

„Also, wenn sie damit die Sorte meinte, wonach ich schon so lange suche..?“ Sie lief zum Nachbarfeld und traute ihren Augen kaum. Etliche schwarze Rüben wurden gerade geerntet und tatsächlich waren es die begehrten Schwarztrüffelrüben. „Was für ein Glück es doch war, die Rübchenzählerin getroffen zu haben”, dachte die Hasenmutter. „Ohne diese Begegnung hätte ich diese seltene Rübenart sicher nicht so schnell entdeckt.“

Die Ernte wurde mit einem großen Trecker eingeholt. Links und rechts fielen einzelne Rüben vom beladenen Anhänger herunter. Sie hörte den Bauern noch rufen: „Wir sind fertig auf diesem Feld. Jetzt ist Feierabend!“ Als der Trecker zur Straße fuhr, purzelten wieder einige der kostbaren Rüben herunter. Die Hasenmutter zögerte nicht lang und hoppelte schnell aufs Feld und sammelte rasch einige Rüben auf. Auch ein paar Samen dieser besonderen Sorte konnte sie finden und verwahrte sie vorsichtig in einem kleinen Säckchen. Sie freute sich sichtlich und würde im nächsten Jahr diese Sorte im eigenen Beet pflanzen.

Als das Fest nun endlich vor der Tür stand, stellte die Hasenmutter das verschiedene Gebäck vor und präsentierte voller Stolz ihre köstliche Schwarztrüffelrübentorte den anderen Dorfbewohnern. Diese Torte sorgte für besonders viel Bewunderung unter den Bewohnern und Gästen, sodass die Hasenfamilie von der Begegnung mit der Rübchenzählerin berichtete. Niemand aus dem Dorf hatte zuvor von ihr und den Wurzelmäusen gehört. Doch alle lauschten ganz gespannt und knabberten dabei die leckere Rübentorte.

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