Sich einen Reim auf etwas machen: Bedeutung & Herkunft

Sich einen Reim auf etwas machen

Manchmal passieren Dinge, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben. In solchen Momenten sagt man: „Ich kann mir da keinen Reim drauf machen.“ Oder eben umgekehrt: „Ich mache mir da so meinen Reim drauf.“ Aber was genau bedeutet diese Redewendung – und woher stammt sie? Hier bekommst du die Antworten.


In aller Kürze

  • Bedeutung: Etwas verstehen oder sich seinen eigenen Reim auf etwas bilden
  • Beispiel: „Sein Verhalten war komisch, aber ich mache mir da schon meinen Reim drauf.“
  • Herkunft: Aus der Dichtung – Reime als Ausdruck von Sinn und Zusammenhang

Bedeutung

Die Redewendung „sich einen Reim auf etwas machen“ bedeutet, dass man sich einen eigenen Sinn oder eine Erklärung für ein bestimmtes Geschehen oder Verhalten überlegt. Oft geht es dabei um Situationen, die auf den ersten Blick rätselhaft, merkwürdig oder schwer zu deuten sind.

Man verwendet den Ausdruck häufig im Zusammenhang mit Vermutungen oder Interpretationen: Etwas erscheint unlogisch oder widersprüchlich, aber man glaubt, einen tieferen Zusammenhang zu erkennen. Wer sich „einen Reim drauf macht“, hat also eine eigene Theorie oder Deutung.

Die Redewendung kann neutral, aber auch leicht skeptisch oder ironisch gemeint sein – je nach Tonfall und Kontext.


Beispiel aus dem Alltag

Mia bekommt seit Tagen nur kurze, knappe Nachrichten von ihrer besten Freundin – ganz anders als sonst. Ohne eine Erklärung zu bekommen, sagt sie irgendwann:

„Irgendetwas ist los, das merke ich. Ich mache mir da so meinen Reim drauf.“

Auch hier steht die Redewendung dafür, dass Mia versucht, sich einen eigenen Reim auf das ungewohnte Verhalten zu machen – obwohl sie keine klare Antwort bekommt.


Herkunft

Die Redewendung stammt ursprünglich aus der Welt der Poesie und Literatur. In Gedichten ist ein Reim ein sprachliches Mittel, das zwei Wörter durch Klang verbindet – und damit einen inhaltlichen Zusammenhang oder eine Struktur schafft. Ein guter Reim ergibt Sinn und wirkt stimmig.

Schon im Mittelalter war der Reim nicht nur ein poetisches Werkzeug, sondern auch ein Symbol für Ordnung und Sinnhaftigkeit. Wenn man sich also „einen Reim auf etwas machte“, bedeutete das: Man versuchte, in einem scheinbar widersprüchlichen Geschehen einen Sinn zu erkennen, eine innere Logik zu finden.

Im übertragenen Sinn hat sich die Redewendung über die Jahrhunderte in der Alltagssprache etabliert – als Ausdruck für Deutung, Interpretation oder stille Schlussfolgerung.


Ähnliche Redewendungen

  • Sich seinen Teil denken: Etwas nicht offen aussprechen, aber innerlich deuten
  • Einen Verdacht hegen: Einen möglichen Grund oder eine Vermutung haben
  • Einen Zusammenhang erkennen: Zwischen mehreren Dingen eine Verbindung sehen

Weitere Redewendungen:

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