Sich etwas zu Herzen nehmen: Bedeutung & Herkunft

Sich etwas zu Herzen nehmen

Wenn uns etwas emotional tief berührt oder wir Kritik besonders ernst nehmen, heißt es oft: „Das habe ich mir zu Herzen genommen.“ Doch was genau bedeutet diese Redewendung eigentlich – und woher stammt sie? In diesem Artikel erfährst du alles über ihre Bedeutung, Herkunft und Anwendung im Alltag.


In aller Kürze

  • Bedeutung: Etwas ernst nehmen und sich innerlich stark davon berühren lassen
  • Beispiel: „Sie hat sich seine Kritik sehr zu Herzen genommen.“
  • Herkunft: Aus der Vorstellung, dass das Herz Sitz der Gefühle ist

Bedeutung

Die Redewendung „sich etwas zu Herzen nehmen“ beschreibt, dass jemand eine Aussage, ein Ereignis oder eine Erfahrung emotional sehr ernst nimmt. Es geht dabei um mehr als nur rationales Verstehen – etwas berührt innerlich, wirkt nach, beschäftigt die Gedanken und manchmal sogar das Verhalten.

Häufig wird die Redewendung im Zusammenhang mit Kritik, Ratschlägen oder traurigen Ereignissen verwendet. Zum Beispiel: „Er hat sich die Worte seines Lehrers zu Herzen genommen und sich wirklich verbessert.“ Oder auch: „Sie hat sich den Verlust ihrer Katze sehr zu Herzen genommen.“

Der Ausdruck kann sowohl positiv (z. B. motivierende Worte annehmen) als auch negativ (z. B. verletzende Kritik) gemeint sein. Entscheidend ist: Etwas geht nicht spurlos an einem vorbei – es trifft einen emotional und beeinflusst das Denken oder Handeln.


Beispiel aus dem Alltag

Lena bekommt in ihrer Gesangsprobe von der Chorleiterin ehrliches, aber auch kritisches Feedback zu ihrem Auftritt. Später sagt sie zu ihrem Freund:

„Erst war ich geknickt, aber ich habe mir ihre Rückmeldung zu Herzen genommen – nächste Woche übe ich extra intensiv.“

In diesem Fall zeigt die Redewendung, dass Lena die Kritik nicht ignoriert, sondern ernsthaft annimmt und daraus Konsequenzen zieht.


Herkunft

Die Redewendung „sich etwas zu Herzen nehmen“ stammt aus einer Zeit, in der das Herz als Sitz der Gefühle und des Gewissens galt – und das ist bis heute in vielen Sprachen und Kulturen so geblieben. Schon in der Antike und im Mittelalter wurde das Herz als Zentrum von Emotionen, Moral und innerer Wahrheit betrachtet.

Etwas „ans Herz zu lassen“ bedeutete also, es tief in sich aufzunehmen, nicht nur verstandesmäßig zu verarbeiten, sondern mit echtem, innerem Mitgefühl oder Ernsthaftigkeit. Wer sich etwas zu Herzen nimmt, reagiert nicht oberflächlich, sondern wird innerlich bewegt – oft verbunden mit einer Veränderung im Denken oder Handeln.

Die Redewendung ist bis heute sehr gebräuchlich und hat nichts von ihrer emotionalen Tiefe verloren.


Ähnliche Redewendungen

  • Etwas geht zu Herzen: Etwas rührt emotional oder macht betroffen
  • Etwas nimmt einen mit: Eine Situation oder Nachricht belastet emotional
  • Etwas schlägt aufs Gemüt: Eine Erfahrung wirkt sich negativ auf die Stimmung aus

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