Huhn Frida und das gerettete Osterfest

Huhn Frida und das gerettete Osterfest
Zusammenfassung:
Vorlesedauer Icon Vorlesedauer: ca. 6 min
Das neugierige Huhn Frida wagt kurz vor Ostern den Blick über den Zaun hinaus. Als der Osterhase in eine brenzlige Lage gerät, zögert sie nicht. Mit Mut und klarem Kopf findet sie einen Weg ihm rechtzeitig zu helfen.

Frida war keine gewöhnliche Henne. Während die anderen zufrieden im Staub scharrten, Körner pickten und sich um die besten Plätze im Stall stritten, stand sie oft am Zaun und blickte hinaus.

„Du denkst zu viel“, gackerte eine der alten Hennen. Frida lächelte ruhig. „Mag sein. Aber da draußen gibt es so viel zu entdecken. Und ich lerne gern dazu.“

Die alte Henne schüttelte den Kopf und wandte sich wieder den Körnern zu. Frida aber blieb am Zaun stehen und beobachtete die Welt dahinter.

An diesem Morgen war das kleine Holztor am Rand des Hofes nicht ganz geschlossen. Der Wind hatte es einen Spalt weit aufgedrückt.

Frida bemerkte es sofort. „Nur kurz schauen“, murmelte sie und schlüpfte hindurch.

Draußen roch alles anders. Frischer. Weiter. Frida lief langsam über den Feldweg und hielt aufmerksam die Augen offen.

Schon bald entdeckte sie die Hofkatze Mira, die elegant auf einer Mauer balancierte.

Lustiges Emoji

TIPPKennst du schon unsere beliebten Witze, Flachwitze und Kinderwitze?

„Du bist weit weg vom Stall“, schnurrte Mira. „Ich möchte sehen, was es hier noch gibt“, antwortete Frida ruhig.

Mira sprang geschmeidig herunter. „Dann pass gut auf. Hör genau hin, bewege dich leise und bleib stehen, wenn es nötig ist.“

Frida nickte. „Danke. Ich passe auf.“

Ein Stück weiter flatterte ein Spatz auf einen Ast. „Achtung!“, zwitscherte er. „Da oben kreist ein Greifvogel!“

Frida duckte sich sofort ins hohe Gras.

„Danke, Spatz“, flüsterte sie. Ein dunkler Schatten glitt über sie hinweg. „Das war knapp“, murmelte Frida leise.

Als es wieder ruhig war, setzte sie ihren Weg fort.

Kurz darauf traf sie auf einen Esel, der gemütlich unter einem Baum stand.

„Na, wer bist du denn?“, fragte er freundlich. „Ich bin Frida“, sagte sie. „Und ich schaue mich ein bisschen um.“

Der Esel nickte. „Dann geh achtsam. Und hab Geduld. Beides wird dir helfen.“

Frida bedankte sich und ging weiter.

Doch dann bemerkte sie, wie weit sie sich bereits vom Hof entfernt hatte. „Ich sollte zurück“, sagte sie leise.

Gerade als sie umkehren wollte, hörte sie ein aufgeregtes Rascheln im Gebüsch.

Ein Hase hüpfte hektisch hin und her. „Oh weh, oh weh! Was sollen wir nur tun?“, murmelte er.

Frida trat näher. „Was ist passiert?“

Der Hase blieb stehen. „Im Nachbardorf sind die Hühner krank. Kein einziges Ei!“ Frida wurde still.

„Und Ostern steht vor der Tür“, sagte der Hase. „Die Kinder warten. Aber ohne Eier bleiben die Nester leer.“

Frida dachte einen Moment nach. Dann richtete sie sich auf. „Ich glaube, ich kann dir helfen“, sagte sie ruhig.

Ohne zu zögern machte sie sich auf den Rückweg zum Hühnerstall. Sie lief schneller als zuvor, schlüpfte durch das Tor und direkt in den Stall.

„Alle mal herhören!“, rief sie. Die Hennen blickten neugierig auf. Auch der Hahn trat einen Schritt nach vorne. Der alte Hofhund hob gespannt den Kopf.

Frida erzählte von allem: vom Hasen, vom Nachbardorf und von den fehlenden Eiern. „Wenn der Osterhase keine Hilfe bekommt, dann fällt das Osterfest in diesem Jahr aus“, sagte sie schließlich.

Im Stall wurde es plötzlich ganz still.

„Das können wir nicht zulassen“, sagte Frida bestimmt. „Wir haben doch genug Eier in unserem Stall. Wir können sie doch mit dem Osterhasen teilen.“

Der Hahn räusperte sich. „Die Eier gehören unserem Bauern, schon vergessen?“, sagte er.

Der Hofhund brummte. „Aber helfen wäre richtig.“

Die Hennen sahen sich an. Eine sagte leise: „Vielleicht kann jede von uns ein Ei mehr legen.“ Eine andere nickte. „Dann reicht es für alle.“ Nach und nach stimmten alle zu.

„Gut“, sagte Frida. „Dann legen wir los.“ Was dann folgte, war ein hektisches Durcheinander.

Eier wurden gesammelt, sortiert und vorsichtig ins Stroh gelegt. Der Hund passte auf, der Hahn rief die Anweisungen vom Balken herunter und Frida behielt den Überblick.

„Vorsichtig!“, rief sie. „Nicht fallen lassen!“ „Hier fehlt noch Stroh!“, rief ein anderes Huhn.

Frida lief von einem Nest zum nächsten. „Alles ordentlich halten, kein Ei darf zu Bruch gehen!“

Als schließlich alles bereit war, kam der Osterhase mit seinen Gehilfen. Sie trugen kleine Körbe auf dem Rücken und hüpften auf den Hof.

Als der Osterhase die vielen Eier sah, sagte er erleichtert: „Ihr habt uns gerettet!“ Gemeinsam luden sie die Eier ein und machten sich auf den Weg.

In der Nacht wurde es im Nachbardorf lebendig. Die Hasen bemalten die Eier in leuchtenden Farben. Rot, blau, gelb und grün. Sie versteckten sie in Gärten, unter Büschen und hinter Zäunen, in kleinen und großen Nestern.

Am nächsten Morgen erschallte im ganzen Dorf fröhliches Lachen der Kinder. Sie rannten durch die Gärten und freuten sich über jedes gefundene Ei.

Niemand wusste, woher sie kamen. Aber alle waren glücklich.

Auf dem Hof war es mittlerweile wieder ruhig geworden. Alles war wieder an seinem Platz.

Und Frida stand wieder am Zaun und blickte hinaus. „Mal sehen, was als Nächstes kommt“, murmelte sie. 

Weitere Gute-Nacht-Geschichten:

Mehr Einschlafgeschichten findest du in unserer Sammlung: Alle Gute-Nacht-Geschichten für Kinder →

Weitere interessante Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert