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Der kleine Igel und der Winterschlaf

Der kleine Igel macht sich seine Höhle gemütlich und backt zum Abschied vom Herbst einen Obstkuchen. Der Duft lockt Maus, Hase und Eichhörnchen an seine Tür, und so wird aus einem ruhigen Abend ein fröhliches Fest zu viert.

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Der Herbst war da. Ein kühler Wind wehte über die Felder und ließ die bunten Blätter von den Bäumen tanzen. Gelbe, rote und orange Blätter lagen überall auf dem Boden.

Der kleine Igel war in diesen Tagen oft müde. Bald würde der Winter kommen, und bis dahin wollte er es sich in seinem Laubhaufen richtig gemütlich machen.

Also sammelte er die schönsten trockenen Blätter, fegte sie vorsichtig mit seinem kleinen Besen zusammen und türmte sie immer weiter auf. Raschelnd fielen die Blätter übereinander, bis ein großer, bunter Haufen entstanden war.

Im Inneren seines bunten Laubhaufens baute sich der kleine Igel eine warme, kuschelige Höhle. Auf dem Boden lagen weiches, grünes Moos und große rote Ahornblätter, die wie ein gemütlicher Teppich aussahen. In der Ecke standen ein kleiner Tisch und ein paar Stühle, die er aus schmalen Ästen zusammengebaut hatte.

Eines Nachmittags machte der kleine Igel noch einen Spaziergang über das Feld. Dort fand er einen heruntergefallenen roten Apfel, eine gelbe Birne und ein paar kleine Pflaumen.

„Die kommen mir gerade recht. Daraus backe ich mir einen köstlichen Kuchen“, dachte der kleine Igel zufrieden.

Zurück in seiner Höhle schnitt er den Apfel und die Birne klein und halbierte die Pflaumen. Dann rührte er den Teig an, strich ihn auf das Backblech und verteilte zum Schluss die Früchte darauf. Danach schob er den Kuchen in den Ofen.

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Bald wurde es herrlich warm in der kleinen Höhle. Der süße Duft von Äpfeln, Birnen und Pflaumen zog durch den Laubhaufen und hinaus über das Feld. Gerade als der Igel den Ofen öffnete und den warmen Kuchen auf den Tisch stellte, klopfte es plötzlich an seiner Tür.

„Nanu“, dachte sich der Igel. „Ich erwarte doch heute niemanden mehr!“ Neugierig blickte er durch den Türspalt. Eine kleine Maus stand davor.

„Ich wollte nur einmal nachsehen, ob es dir gut geht, kleiner Igel. Wir haben uns so lange nicht mehr gesehen“, piepste sie leise. Dabei trippelte die Maus ein wenig verlegen auf ihren Beinchen umher und streckte ihre Nase immer weiter durch den Türspalt. Offenbar hatte sie den köstlichen Duft längst bemerkt.

Der kleine Igel musste lächeln. „Hallo, kleine Maus. Na, komm herein und setz dich zu mir. Ich lade dich zu einem Stück warmen Obstkuchen ein.“

Die Maus huschte fröhlich hinein. Gerade hatte der Igel ihr ein Stück auf den Teller gelegt, da klopfte es erneut an seiner Tür.

Diesmal stand ein Hase vor der Tür. „Ich wollte nur schauen, ob dein Laubhaufen auch gut genug für den kommenden Sturm gewappnet ist!“, sagte er und strich sich verlegen über seine langen Ohren.

Der Igel musste schmunzeln. „Du bist also an meinem Laubhaufen interessiert? Dann werde ich ihn dir gern zeigen. Komm herein“, sagte der kleine Igel. „Doch bevor wir uns die Blätter ansehen, solltest du dich zur Maus setzen und meinen Kuchen probieren.“

Kaum saß der Hase am Tisch, klopfte es ein drittes Mal. Vor der Tür wartete ein Eichhörnchen.

„Ich wollte eigentlich Nüsse sammeln“, erklärte es. Dann blickte es auf den Kuchen und gab schüchtern zu: „Aber der gute Duft hat mich bis hierher geführt.“

Der kleine Igel rückte noch einen Stuhl an den Tisch. „Na, auf einen Gast mehr oder weniger kommt es nun wirklich nicht an. Komm herein und setz dich zu uns.“

Nun saßen alle zusammen in der kleinen, warmen Höhle und ließen sich den saftigen Kuchen schmecken. Draußen rauschte der Herbstwind durch die Bäume, während drinnen fröhlich gegessen wurde und der Kuchen auf dem Blech Stück für Stück kleiner wurde.

Der kleine Igel gähnte. Er war müde, sehr müde sogar.

Seine Gäste bedankten sich beim kleinen Igel und verabschiedeten sich leise. Dann kuschelte er sich erschöpft, aber zufrieden in sein weiches Bettchen aus Moos und Blättern. Wer hätte gedacht, dass der letzte Abend vor seinem langen Winterschlaf noch eine solche Überraschung bringen würde?

Während draußen die bunten Blätter umhertanzten, kehrte drinnen eine angenehme Ruhe ein. Es war still und warm, und schon bald schlief der kleine Igel tief und fest und träumte vom Frühling. Dann würde er wieder einen Kuchen backen – und wer weiß, vielleicht würde der köstliche Duft auch dann wieder den einen oder anderen Besucher zu seiner Tür führen.

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