Tag 3 – So viele Münzen
An diesem Tag klingelt Oskars Wecker bereits ganz früh am Morgen, damit er die ersten Ausflüge in der kühleren Zeit des Tages unternehmen kann. Er packt zügig seinen Rucksack, trinkt noch einen großen Schluck Orangensaft und macht sich voller Vorfreude auf den Weg zur Bushaltestelle.
Sein erstes Ziel an diesem Tag ist der berühmte Trevi-Brunnen. Nach einer kurzen Busfahrt und einigen Schritten zu Fuß erreicht Oskar einen dicht gefüllten Platz.
„Ganz schön viele Leute, die sich am frühen Morgen einen Brunnen ansehen wollen“, prustet Oskar etwas außer Atem, als er sich den durch die Besuchermassen bahnt.
Oskar kann seinen Augen kaum trauen, denn es hat sich eine riesige Menschentraube um den Brunnen versammelt. Dabei bemerkt er, dass fast alle von ihnen mit dem Rücken zum Brunnen gedreht stehen und unzählige, schimmernde Geldmünzen über ihre Schultern ins Wasser werfen. Einige verschließen dabei sogar die Augen und sprechen scheinbar mit sich selbst.
Oskar fragt einen vorbeilaufenden Polizisten, weshalb die Leute ihr Geld in den Brunnen werfen. Der Polizist lacht und erklärt ihm, dass es Glück bringen soll, eine Münze mit der linken Hand über die rechte Schulter in den Trevi-Brunnen zu werfen. Dabei darf man sich dann etwas wünschen und hoffen, dass der Wunsch in Erfüllung geht.

Nach dieser Erklärung kramt auch Oskar in seinem Rucksack nach einer Münze. „Glück kann man schließlich nie genug haben“, denkt er und wirft ebenfalls eine Münze in den Brunnen.
Von seinem Wunsch wird er aber niemandem erzählen. Denn der Polizist hat ihm auch erzählt, dass der Wunsch ein Geheimnis zwischen ihm und dem Trevi-Brunnen bleiben muss.

Auf das nächste Ziel des Tages freut sich Oskar ganz besonders. Er hat ein begehrtes Ticket für einen Rundgang durch den Petersdom in der Vatikanstadt ergattern können, von dem er schon so viel gelesen und gehört hat.
Als Oskar am Treffpunkt ankommt, beginnt die Führung noch unter freiem Himmel mit einer sehr spannenden Erklärung: „Die Vatikanstadt hat weniger als 1.000 Einwohner und ist der kleinste Staat der Welt. Der ganze Staat ist ungefähr so groß, wie 50 Fußballfelder nebeneinander. Das Staatsoberhaupt ist der Papst, der gleichzeitig auch das Oberhaupt der katholischen Kirche ist.“
Oskar hört den Reiseleiter weiter sprechen: „Der Petersdom steht im Zentrum der Vatikanstadt und ist eine der größten und bekanntesten Kirchen der Welt. Unter dem Petersdom vermutet man außerdem das Grab des Apostels Petrus. Petrus war ein Jünger Jesu und der erste Papst in Rom. Daraus leitet sich auch der Name „Petersdom“ ab. In der Kirche mit ihrer beeindruckend Kuppel finden ungefähr 20.000 Menschen Platz.“
Oskar staunt nicht schlecht, als er vor dem Eingang der Kirche durch eine strenge Sicherheitskontrolle gehen muss. Gut, dass er solche Kontrollen bereits vom Flughafen kennt. „Bei einer so großen Besucheransammlung kann es bestimmt nicht schaden, auf Nummer sicher zu gehen“, findet er.
Nach einer kurzen Wartezeit passiert Oskar die Sicherheitskontrolle und darf zur berühmten Kuppel hinauf. Nach etlichen Treppenstufen hat Oskar sein Ziel erreicht. „Ganz schön weit oben“, stellt er mit wackeligen Beinen fest. „Von hier oben sehen die Besucher am Boden der Kirche aus, wie unzählige kleine Ameisen“.
Oskars Reisegruppe zieht weiter und gelangt in einen großen Raum mit gläsernen Vitrinen. Die Schatzkammer des Petersdom ist weltberühmt und beherbergt eine wertvolle Sammlung von alten Tellern und kostbaren Kelchen.

An einer Wand fällt Oskar sofort eine große bronzefarbene Statue auf. „Das muss die Bronzestatue des heiligen Petrus sein!“, denkt Oskar. In seinem Reiseführer hat er gelesen, dass es Glück bringen soll, den rechten Fuß der Statue zu berühren.
Und tatsächlich: weil bereits Millionen Besucher den Fuß der Statue berührt haben, glänzt dieser fast so, als wäre er neu. „Doppeltes Glück hält besser“, stellt Oskar zufrieden fest, als auch er den Fuß berührt.
Beeindruckt von den vielen Erlebnissen des Tages, verlässt Oskar die Vatikanstadt. Es ist schon spät geworden und am nächsten Morgen steht bereits sein Rückflug an. Doch eine Sache möchte er unbedingt noch ausprobieren. Er freut sich schon seit seiner Ankunft in Rom auf die berühmte italienische Pizza.
Schnell findet er ein schönes Plätzchen unter einem großen Sonnenschirm. Er genießt das leckere Nationalgericht mit einer frischen, selbst gemachten Zitronenlimonade. „Heute Abend werde ich meinen Freunden in einem Brief ganz genau berichten, was ich alles in Rom erlebt habe“, beschließt Oskar freudig, während er genüsslich das letzte Stück Pizza isst.
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