Manche Dinge verlieren einfach mit der Zeit an Bedeutung – genau darum geht es bei der Redewendung „Schnee von gestern“. Ob alte Streitereien, vergangene Erfolge oder überholte Informationen: Was gestern noch wichtig war, ist heute oft schon vergessen. Aber warum vergleichen wir das mit Schnee?
In aller Kürze
- Bedeutung: Etwas ist nicht mehr aktuell oder nicht mehr relevant.
- Beispiel: „Das Thema ist doch Schnee von gestern!“
- Herkunft: Der Ausdruck stammt aus dem Alpenraum – Schnee vom Vortag ist bereits geschmolzen oder uninteressant.
Bedeutung
Die Redewendung „Schnee von gestern“ wird verwendet, um auszudrücken, dass etwas keine Relevanz oder Bedeutung mehr hat. Sie steht sinnbildlich für Themen, Ereignisse oder Informationen, die veraltet oder schlichtweg nicht mehr von Interesse sind. Der Ausdruck wird häufig genutzt, um Diskussionen zu beenden oder Dinge als abgeschlossen darzustellen.
Beispielsweise kann ein vergangener Streit, der längst geklärt ist, als „Schnee von gestern“ bezeichnet werden. Ebenso kann es sich um alte Nachrichten, vergangene Beziehungen oder frühere Erfolge handeln. Die Redewendung hilft dabei, Abstand zu gewinnen und sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.
Sie eignet sich besonders in Gesprächen, wenn jemand versucht, alte Themen wieder aufzuwärmen – sei es aus Neugier, Trotz oder Langeweile. Wer dann „Das ist doch Schnee von gestern!“ sagt, macht klar: Dieses Kapitel ist abgeschlossen.
Beispiel aus dem Alltag
Anna und Lisa sitzen bei einem Kaffee. Plötzlich spricht Lisa den Streit an, den sie vor Monaten hatten.
„Weißt du noch, als du damals meinen Geburtstag vergessen hast?“, fragt Lisa.
Anna schmunzelt: „Ach komm, das ist doch Schnee von gestern. Wir haben das doch längst geklärt!“
Herkunft
Die Redewendung „Schnee von gestern“ stammt vermutlich aus dem Alpenraum und hat eine sehr bildhafte Herkunft. Schnee, der gestern gefallen ist, ist heute entweder geschmolzen, verdreckt oder einfach nicht mehr von Interesse. Er ist vergangen – so wie alte Themen oder Ereignisse.
Der Ausdruck wurde schon im Mittelalter verwendet und taucht unter anderem in Gedichten auf. Bekannt wurde er auch durch ein Zitat von François Villon, einem französischen Dichter des 15. Jahrhunderts: „Wo ist der Schnee vom vergangenen Jahr?“ (französisch: „Mais où sont les neiges d’antan?“). Die Metapher ist also schon sehr alt und wurde in verschiedenen Sprachräumen verwendet.
Im Deutschen hat sich „Schnee von gestern“ als feste Redewendung etabliert und wird bis heute gerne im Alltag genutzt, um das Vergangene als unwichtig darzustellen.
Ähnliche Redewendungen
- Das ist doch kalter Kaffee: Eine Information oder ein Thema ist veraltet und nicht mehr interessant.
- Alte Kamellen: Es handelt sich um längst bekannte oder wiederholt erzählte Geschichten, die niemanden mehr interessieren.
- Der Zug ist abgefahren: Eine Chance oder Möglichkeit ist verpasst und lässt sich nicht mehr zurückholen.




