Manchmal muss man frühzeitig eingreifen, bevor ein Problem überhaupt groß werden kann. In solchen Fällen sagt man: „Das muss man im Keim ersticken.“ Aber was genau bedeutet diese Redewendung – und woher stammt sie eigentlich? Hier findest du alle Antworten.
In aller Kürze
- Bedeutung: Etwas sofort unterbinden, bevor es sich entwickeln kann
- Beispiel: „Gerüchte sollte man am besten im Keim ersticken.“
- Herkunft: Aus der Pflanzenwelt – etwas zerstören, bevor es wachsen kann
Bedeutung
Die Redewendung „etwas im Keim ersticken“ bedeutet, dass man eine unerwünschte Entwicklung von Anfang an verhindert, noch bevor sie sich richtig entfalten oder verbreiten kann. Es geht darum, frühzeitig einzugreifen, um möglichen Schaden abzuwenden.
Typischerweise wird die Wendung in Situationen verwendet, in denen man Konflikte, Gerüchte, Fehlverhalten oder Probleme gar nicht erst aufkommen lassen will. Wer etwas im Keim erstickt, wartet nicht ab, bis sich ein Problem verschärft, sondern handelt sofort und entschieden.
Je nach Kontext kann die Redewendung neutral, entschlossen oder sogar autoritär wirken. Der Ausdruck bringt die Idee auf den Punkt: Wenn etwas noch ein „Keim“ ist – also ganz am Anfang – lässt es sich am leichtesten aufhalten.
Beispiel aus dem Alltag
In der WhatsApp-Gruppe des Vereins machen erste Mitglieder sarkastische Bemerkungen über die neue Leitung. Bevor sich das verselbstständigt, schreibt ein Vorstandsmitglied klar und freundlich:
„Leute, solche Kommentare führen zu nichts – das sollten wir im Keim ersticken.“
Hier zeigt sich: Die Redewendung steht für schnelles Handeln, um einer negativen Entwicklung frühzeitig entgegenzuwirken.
Herkunft
Die Redewendung „etwas im Keim ersticken“ stammt ursprünglich aus der Pflanzensprache. Ein Keim ist der Beginn eines neuen Lebens – etwa bei einem Samenkorn, das gerade anfängt zu wachsen. Wenn man diesen Keim „erstickt“, also z. B. keinen Sauerstoff oder kein Licht lässt, verhindert man das Wachstum der Pflanze.
Schon früh wurde dieses Bild übertragen auf Ideen, Konflikte oder Entwicklungen, die man als gefährlich oder unerwünscht empfindet. Besonders in Politik, Erziehung und zwischenmenschlichen Beziehungen findet der Ausdruck Anwendung – immer dann, wenn es darum geht, von Anfang an klare Grenzen zu setzen oder eine Entwicklung gar nicht erst entstehen zu lassen.
Der bildhafte Charakter macht die Redewendung bis heute sehr anschaulich und kraftvoll.
Ähnliche Redewendungen
- Etwas gleich im Ansatz stoppen: Eine Entwicklung sofort unterbinden
- Den Wind aus den Segeln nehmen: Einer Sache frühzeitig die Wirkung nehmen
- Einen Riegel vorschieben: Etwas bewusst verhindern oder unterbinden






