Löwe Ludwig und das verlorene Versprechen

Löwe Ludwig und das verlorene Versprechen
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Löwe Ludwig grübelt über ein Versprechen, das ihm plötzlich schwer im Herzen liegt. Gemeinsam mit seinen Freunden macht er sich auf den Weg und entdeckt, worauf es bei Versprechen wirklich ankommt.

Die Sonne stand tief über der Savanne, und ein warmer Wind strich durch das hohe, gelbliche Gras. Unter einem großen Akazienbaum lag Löwe Ludwig und schaute gedankenverloren in den Himmel. Seine Stirn war in Falten gelegt, und sein Schweif bewegte sich nur ganz langsam hin und her.

Normalerweise liebte Ludwig diese ruhigen Stunden am Nachmittag. Doch heute wollte die Ruhe einfach nicht in seinen Kopf passen. Immer wieder musste er an seine Großmutter denken und an ein Versprechen, das er ihr gegeben hatte.

Er wusste nur noch, dass er gesagt hatte, er würde sie bald besuchen. Aber wann genau dieses „bald“ sein sollte, wollte ihm einfach nicht mehr einfallen. Ende Januar oder doch erst Anfang Februar, darüber grübelte Ludwig nun schon den halben Tag.

Gerade als Ludwig sich erneut auf die Seite drehen wollte, hörte man lautes Kichern. Zebra Susi kam angerannt, dicht gefolgt von Erdmännchen Gunnar, die dabei ordentlich Staub aufwirbelten. Als sie Ludwig entdeckten, wurden sie sofort langsamer.

„Ludwig, du liegst ja schon wieder hier und denkst nach“, sagte Susi und legte den Kopf schief. Gunnar setzte sich neben Ludwig und schaute ihn aufmerksam an. „Das sieht nach einem besonders schweren Gedankenknoten aus.“

Ludwig seufzte tief und erzählte von seiner Großmutter und dem verlorenen Versprechen. Er erklärte, wie unangenehm sich das Gefühl anfühlte, nicht mehr genau zu wissen, was man versprochen hatte. Susi und Gunnar hörten aufmerksam zu.

„Dann müssen wir herausfinden, wann der richtige Zeitpunkt ist“, sagte Gunnar entschlossen. Susi nickte und meinte: „Vielleicht erinnern sich ja andere Tiere an etwas Besonderes aus dieser Zeit.“ Das klang für Ludwig nach einem guten Plan.

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Gemeinsam machten sie sich auf den Weg durch die Savanne. Sie fragten eine alte Schildkröte, die viel Zeit hatte, über vergangene Tage nachzudenken. Doch sie wusste nur, dass die Sonne in diesen Wochen etwas früher unterging.

Auch die Giraffe an der Wasserstelle konnte nicht helfen. Sie erinnerte sich nur daran, dass der Wind manchmal kühler wehte. Für Ludwig fühlte sich jede Antwort gleich an, denn keine brachte ihm die ersehnte Gewissheit.

Je länger sie unterwegs waren, desto stiller wurde Ludwig. Er hatte Angst, seine Großmutter enttäuscht zu haben. Gunnar bemerkte das und stupste ihn vorsichtig mit der Schnauze an.

„Vielleicht ist es gar nicht so wichtig, welches Datum es war“, sagte Gunnar leise. Susi blieb stehen und dachte kurz nach. „Vielleicht ging es deiner Großmutter einfach darum, dass du an sie denkst.“

Diese Worte ließen Ludwig innehalten. Zum ersten Mal an diesem Tag fühlte sich sein Herz etwas leichter an. Er beschloss, nicht länger zu warten und seine Großmutter sofort zu besuchen.

Als sie am kleinen Garten seiner Großmutter ankamen, saß sie bereits auf einer Bank im Schatten. Sie lächelte, als sie Ludwig sah, und öffnete ihre Arme. Ludwig setzte sich zu ihr und erzählte ehrlich von seinen Sorgen.

Die Großmutter lachte leise und strich Ludwig über die Mähne. Sie erklärte ihm, dass Versprechen manchmal nicht an Tagen hängen. Wichtig sei nur, dass man sie mit ehrlichem Herzen halte.

Gemeinsam tranken sie Tee und aßen ein Stück Kuchen. Ludwig spürte, wie die Anspannung von ihm abfiel. Er war froh, den Weg nicht weiter aufgeschoben zu haben.

Am Abend lag Ludwig wieder unter seinem Akazienbaum. Diesmal dachte er nicht mehr sorgenvoll nach, sondern lächelte zufrieden. Er wusste nun, dass manche Versprechen keine Uhr brauchen.

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