Das besondere Zebra Susi

Das besondere Zebra Susi

An einem ganz besonders heißen Nachmittag verweilten Löwe Ludwig, Gunnar das Erdmännchen und Susi das Zebra auf einem Hügel unter einem schattigen Baum. Von hier aus hatten sie einen tollen Ausblick auf die afrikanische Savanne. Da die Regenzeit fast vorüber war und die Büsche und Bäume voller grüner Blätter hingen, versammelten sich in den letzten Tagen sehr viele Tiere an den Wasserstellen. 

Von ihrem schattigen Plätzchen aus beobachteten die drei Freunde gern die zahlreichen Tiere. Besonders spannend fanden sie die großen Elefanten, die sich meist an der Wasserstelle trafen und dort Unmengen an Wasser in ihre langen Rüssel saugten. „Wenn das so weitergeht ist die Wasserstelle in ein paar Tagen leer gesaugt!“, kommentierte Gunnar das rege Treiben. 

Löwe Ludwig und Susi hörten jedoch nur mit einem Ohr zu. Sie waren mit ihrem spannenden Kartenspiel viel zu beschäftigt. Als Susi gerade die letzte Karte legen und freudig ihren Gewinn verkünden wollte, kam ein fremdes Gnu an ihnen vorbei und blieb stehen. 

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„Du bist ja ein seltsames Zebra.“ Das Gnu musterte Susi von oben bis unten und schnaufte. Gunnar das Erdmännchen sprang auf und stellte sich vor Susi: „Wer bist du eigentlich und was genau ist an unserer Freundin seltsam?“

„Na seht ihr das denn nicht?“, fragte das Gnu die drei Freunde und schaute Susi immer noch entgeistert an. Nun setzte sich auch Löwe Ludwig auf und fragte das Gnu: „Was sehen wir nicht?“ Löwe Ludwig und Gunnar schauten Susi von oben bis unten an und antworteten wie aus einem Munde: „Nein wir sehen gar nichts. Alles ist wie immer bei Susi!“

Susi fühlte sich sichtlich unwohl. Noch nie wurde sie so begutachtet und niemand fand sie bisher seltsam. Am liebsten hätte sie sich vollständig hinter ihren Freunden versteckt oder hinter dem Baum verkrochen. Doch es war zu spät. Nun zog die gesamte Gnu-Herde an ihnen vorbei und blieb stehen. Auch sie sahen Susi an, nuschelten etwas vor sich hin und schauten einander fragend an.

Das kleinste und jüngste Gnu der Herde bemerkte die drei Freunde unter dem Baum als letztes und rief fröhlich drauf los: „Schaut mal das Zebra unter dem Baum! Es hat ja nur drei Streifen. Das hab ich ja noch nie gesehen!“

Nun war es geschehen. Alle drehten sich zu Susi um. Auch Löwe Ludwig und Gunnar zählten jetzt die Streifen. „Tatsächlich!“, sagte Ludwig. „Du hast nur drei Streifen. Darauf habe ich noch nie geachtet.“ Jetzt, da es ausgesprochen war, schien es nicht mehr besonders interessant zu sein. Die ganze Herde setzte sich in Bewegung und zog schnaufend an den Dreien vorbei. 

Susi hätte sich am liebsten in Luft aufgelöst, doch das ging leider nicht. Gunnar spürte Susis Unbehagen und wuselte um sie herum. Dabei sagte er aufheiternd: „Ist doch ganz egal was diese Gnus sagen! Mir ist das mit deinen Streifen vorher noch nie aufgefallen. Lass die Gnus doch reden!“

Susi guckte Gunnar genervt an: „Ihr könnt mir doch nicht erzählen, dass ihr nicht gesehen habt, dass ich nur drei Streifen habe. Warum habt ihr mir das denn nie gesagt?“ Gunnar und Ludwig schauten sich an und schüttelten dabei unschuldig den Kopf. Doch es war zu spät. Susi senkte ihren Kopf und lief davon.

Die zwei machten sich große Sorgen um ihre Freundin. „Diese gemeinen Gnus! Kommen hier einfach vorbei und machen sich über unsere Freundin lustig!“, grummelte Löwe Ludwig zornig und überlegte, was nun am besten zu tun war. 

Am nächsten Morgen waren die drei Freunde mit einigen anderen Tieren zum Spielen verabredet. Alle hatten schon begonnen das Spielfeld aufzubauen, da kam auch Susi dazu. „Hallo Susi, möchtest du im Tor stehen?“, fragte die Giraffe. „Klar, mach ich!“, antwortete Susi selbstbewusst. 

Gunnar und Ludwig schauten sich fragend an. Von Weitem sah es so aus, als hätte Susi mehr Streifen als am Tag zuvor. „Scheint so, als wäre wieder alles in bester Ordnung“, nickte Ludwig seinem Freund zu. Nun positionierten sich auch die beiden Freunde auf dem Spielfeld. Der Ball wechselte mehrfach die Seiten und die Spieler konnten sich wegen des aufgewirbelten Staubs kaum noch sehen. 

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Plötzlich donnerte es laut am Himmel. Innerhalb kürzester Zeit rauschten Unmengen an Regentropfen hinab auf das Spielfeld. Doch so schnell wie der Regen gekommen war, ist er auch wieder verschwunden. Alle standen noch immer pitschnass auf ihren Positionen. Susi hatte den Ball unter ihrer Hufe. 

„Susi, was ist denn mit deinem Fell passiert und wieso ist der Ball jetzt schwarz?“, fragte das Nashorn. Alle anderen drehten sich nun auch zu Susi um, die nun ebenfalls an sich heruntersah. Sie stand in einer Pfütze voll schwarzer Farbe und ihr Fell war fleckig und grau. 

Gunnar und Ludwig sahen sich an. „Susi hat sich die Streifen also aufgemalt, um so auszusehen wie die anderen!“, flüsterte Gunnar seinem Freund zu. Mit einem kleinen Ablenkungsmanöver versuchte Gunnar die Aufmerksamkeit der anderen Spieler auf sich zu lenken. Susi nutzte den Moment, um schnell wegzulaufen und sich den Blicken der anderen Tiere zu entziehen. 

Am nächsten Tag waren die Drei zum Kuchenessen bei der Großmutter von Löwe Ludwig eingeladen. Sie liebte es Besuch zu haben und freute sich immer über Gäste, die viel Kuchenhunger mitbrachten. Löwe Ludwig und Gunnar warteten bereits an Großmutters Gartenzaun, da kam auch endlich Susi dazu. Im selben Moment kam Ludwigs Großmutter aus ihrem Haus und empfing die drei Freunde in der heißen Nachmittagssonne. 

„Nanu, Susi. Was machst du denn bei dieser Hitze mit einem Regenmantel?“, fragte Ludwigs Großmutter verdutzt. Susi erzählte ihr von dem plötzlichen Regenschauer am gestrigen Nachmittag und davon, dass sie ab jetzt immer sicherheitshalber einen Regenmantel anhaben wird. 

Ludwigs Großmutter antwortete darauf, dass in ihrem Haus und bei dieser Hitze keine Regengefahr bestehen würde und nahm ihr den Mantel ab. Als alle am Tisch saßen, nahm Susi ihren ganze Mut zusammen und fragte Ludwigs Großmutter, die eigentlich immer alles wusste, wie viele Streifen ein echtes Zebra haben sollte. 

„Wie kommst du denn darauf, dass es echte Zebras gibt?“ Das würde ja bedeuten, dass Zebras, die mehr oder weniger Streifen als andere haben, nicht echt sind?“ Ludwigs Großmutter schaute in die drei bedröppelten Gesichter an ihrem Küchentisch und verteilte nebenbei den leckeren Kuchen. 

Susi berichtete Ludwigs Großmutter von den Ereignissen der letzten Tage und von den Gnus, die sie für ein seltsames Zebra halten, weil sie nur drei Streifen hat. Daraufhin schmunzelte Ludwigs Großmutter und holte ein altes Fotoalbum aus einer Kiste hervor. 

„Ich zeige dir jetzt mal einige ganz besondere Freunde, die ich auf meinen vielen Reisen kennenlernen durfte.“ Auf den Fotos sahen die drei Freunde Tiere, die sie bisher noch nie gesehen hatten. Ludwigs Großmutter erklärte ihnen, um welche Tiere es sich handelte. Zu sehen waren also eine Schildkröte, ein Pandabär und ein großes Känguru. 

„Und? Fällt euch etwas bei meinen Freunden auf? Was meint ihr, sehen sie irgendwie seltsam aus?“ Die drei Freunde sahen sich an und sagten wie im Chor: „Nein, sie sehen sehr nett aus und so, als hätten sie bereits einige spannende Abenteuer erlebt.“ Ludwigs Großmutter nickte zufrieden. 

Sie erzählte, dass die Schildkröte Cordula heißt und eine ihrer ältesten Freundinnen ist. Ihr Panzer hat eine ganz andere Musterung als die Panzer ihrer Artgenossen. Der freundliche Pandabär heißt Li-Puh und hat ein längeres Ohr, dass ihm beim Laufen oft ins Gesicht fiel. Und das Känguru wird von allen Betty genannt und hat keine Beuteltasche. Stattdessen trägt sie immer einen kleinen Rucksack auf ihrem Rücken. 

Ludwigs Großmutter tätschelte Susis Schulter und berichtete von den spannenden Abenteuern ihrer Freunde. „Es gab keine mutigeren Freunde als diese Drei. Es gibt also kein richtig oder falsch, echt oder unecht. Du bist wunderbar wie du bist, egal wie viele Streifen du hast!“

„Das haben wir dir doch gleich gesagt, Susi!“, freuten sich Löwe Ludwig und Gunnar. Erleichterung machte sich breit und alle genossen Großmutters leckeren Kuchen. 

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8 Kommentare zu „Das besondere Zebra Susi“

  1. Ich bin begeistert. Vorallem weil noch andere bekannte Gesichter auftauchen. Es ist super dass diese Geschichten irgendwie miteinander zusammen hängen. Grosses Lob an die Autoren ❤️

  2. Merouane Mehdani

    Eine tolle Geschichte. Die habe ich meinen Kindern als Gute Nacht Geschichte vorgelesen und sie fanden sie sehr spannend und interessant. Die Lehre der Geschichte „Du bist wunderbar so wie du bist“ haben sie auch gut verstanden.
    Vielen Dank für diese schöne Geschichte. Wir warten ungeduldig auf neue Geschichten.

  3. Super Geschichten. Meine Töchter freuen sich jeden Abend auf die Geschichten die so toll geschrieben sind und irgendwie zu einander passen.
    Vielen Dank für eure Bemühungen..

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