Panda Li-Puh und das mutige Gürteltier

Panda Li-Puh und das mutige Gürteltier
Zusammenfassung:
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Teil 6/6: Als die Inselbewohner und ihre neuen Freunde, die Pandabären, dem steigenden Wasser mit einem Deich entgegentraten, schien alles gerettet. Doch als die Flut trotz der Schutzmaßnahmen nicht nachließ, begann eine gefährliche Suche nach der wahren Ursache – eine Suche, die den Zusammenhalt der Tiere auf die Probe stellte.

Die Geschichte von Panda Li-Puh besteht aus sechs Teilen: Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Teil 5 | Teil 6 (diese Seite)

Nach der herzlichen Begrüßung der eingetroffenen Pandabären, die die letzte Ladung Gestein auf die Insel brachten, wurde sofort wieder emsig gearbeitet. Mit vereinten Kräften sollte der Deich so stabil und so schnell wie möglich fertig gebaut werden.

Als die Arbeit beendet war, waren alle sichtlich erleichtert und hofften jetzt, dass er dem ansteigenden Wasser lange trotzen würde. Die Inselbewohner dankten den Pandas für ihren Einsatz und freuten sich auf das Beisammensein danach.

Doch da gab es noch etwas, für das noch keiner eine Lösung wusste.

Cordula, die Schildkröte und älteste Bewohnerin dieser Insel, war sichtlich erschöpft. Ein Moment der Ruhe war nötig, um die ständige Anspannung zu vergessen, die ihr und allen anderen Tieren das Überleben auf dieser Insel in letzter Zeit abverlangt hatte. Sie zog sich kurz zurück, hielt inne, und viele Gedanken schossen ihr durch den Kopf.

Die Insel, die der alten Schildkröte und all ihren Bewohnern bereits seit Generationen ein Zuhause war, schien trotz des erfolgreich errichteten Deiches weiterhin in großer Gefahr zu sein. Und das trotz der großartigen Mithilfe der Pandabären und der unermüdlichen Anstrengungen der Inselbewohner. 

Sie dachte an die exotischen Wälder, die saftigen Wiesen, den kleinen Fluss und an all die Tiere, die hier wohnten  – von den emsigen Ameisen bis hin zu den stattlichen Elefanten.

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„Es muss noch etwas geben, das wir übersehen haben“, dachte sie niedergeschlagen. Trotz des Deiches und der besseren Wetterbedingungen stieg das Wasser weiter an. 

Etwas stimmte nicht, aber sie konnte nicht allein herausfinden, was. Sie bemühte sich, sich an frühere Überschwemmungen zu erinnern, doch keine schien so bedrohlich wie die jetzige zu sein.

Mit einem erneuten Seufzen machte sie sich entschlossen auf, alle Tiere erneut zu versammeln, um weiter gemeinsam nach der Ursache des Problems zu suchen.

Kaum hatten sich alle Tiere in einem großen Kreis versammelt, geschah es erneut: Regen setzte ein und in kürzester Zeit begann der Fluss überzulaufen und die Insel von innen zu fluten. Das passierte bei starkem Regen jetzt immer öfter. Wieder brach große Panik aus.

„Wir verlieren unser Zuhause!“, riefen die Affen und sorgten somit für noch mehr Unruhe. 

Die Pandabären sahen, dass es mit dem Bau des Deiches nicht getan war, es lag tatsächlich ein größeres Problem vor.

„Wir müssen etwas tun!“, sagte das Gürteltier plötzlich ganz leise. „Hat jemand eine Idee, warum das Wasser jetzt auch auf der Insel so hoch ansteigt?“, fragte er noch leiser hinterher.

Verwirrt schauten ihn alle an, weil er sich so selten zu Wort meldete. „Na weil es regnet“, riefen die Affen.

„Ja, aber es hat früher auch geregnet, und da ist der See nie übergelaufen“, murmelte das kleine Gürteltier. „Vielleicht gibt es noch einen anderen Grund?“

Zum Regen kam jetzt noch die Dunkelheit hinzu und die Tiere flüchteten vor dem Wasser in sichere Unterschlüpfe.

Die Pandabären verbrachten die Nacht unter den Felsen. Aber an Schlaf war nicht zu denken. Zu gerne hätten sie ihren Freunden geholfen, aber auch sie wussten keinen Rat. Besonders Li-Puh litt mit seinen Freunden, die er so lieb gewonnen hatte.

Am nächsten Morgen beschloss das Gürteltier auf eigene Faust nachzuforschen. Er grub seine Löcher tiefer als je zuvor – bis er auf etwas Seltsames stieß: Ein altes, verstopftes Flussbett, das tief unter der Insel verlief.

„Das muss es sein!“, rief er aufgeregt. „Der Fluss, der früher das überschüssige Wasser abgeleitet hat, ist blockiert!“

Er eilte zurück an die Oberfläche, wo die Tiere wieder eine Krisensitzung abhielten. „Ich habe die Lösung gefunden!“, rief das Gürteltier, aber niemand hörte ihm zu.

„Der Damm wird nicht halten!“, sagte der Löwe düster und mit ganz kläglicher Stimme. „Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten!“.

Die Affen waren kaum noch zu bändigen und verbreiteten einen fürchterlichen Lärm, weil sie so verängstigt waren. Die Vögel flatterten wild umher. 

Cordula musste sie immer wieder beruhigen und ermahnte alle miteinander Ruhe zu bewahren. „Durch Geschrei und das wilde Gezeter ist noch nie etwas Gutes herumgekommen!“

„Aber ich weiß, was wir tun können!“, rief das Gürteltier noch einmal und stampfte entschlossen mit der Pfote auf. „Hört mir zu!“

Li-Puh wurde auf das leise Rufen als erster aufmerksam. „Hier möchte jemand was sagen!“, rief er laut in die Runde. Plötzlich wurde es ganz still. „Was hast du entdeckt?“, fragte Cordula das kleine Gürteltier.

Das Gürteltier erklärte nun alles ganz genau: den unterirdischen Fluss, den er entdeckt hatte, die Blockade, und seine Idee, das Wasser wieder in den Fluss zu leiten. Die Tiere schauten skeptisch, aber der Löwe, Li-Puh und die Brüder nickten schließlich. „Wir haben nichts zu verlieren. Wir probieren es!“, sagten sie.

Die Arbeit begann sofort. Die Biber und Otter wurden in den Tunnel geschickt, um die Blockade zu beseitigen. Es war harte Arbeit – der Schmutz war alt und fest verkrustet, und die Tiere mussten vorsichtig vorgehen, damit der Tunnel nicht einstürzte.

Währenddessen transportierten die Elefanten Wasser vom überfluteten See weg, damit die anderen Tiere mehr Zeit hatten. Die Ameisen und Vögel bildeten eine Kette, um die Steine und Äste aus dem Tunnel zu schaffen.

Es war ein Wettlauf gegen die Zeit. Das Wasser stieg weiter, und einige Tiere fragten sich, ob sie überhaupt noch eine Chance hatten. Doch das Gürteltier ermutigte alle: „Wir schaffen das! Wir müssen zusammenhalten!“

Endlich, nach Tagen harter Arbeit, rief ein Otter aus dem Tunnel: „Das Wasser fließt!“

Und tatsächlich: Ein kräftiger Strahl schoss durch den freigelegten Fluss und bahnte sich seinen Weg ins Meer. Langsam, aber sicher begann das Hochwasser auf der Insel zu sinken. Die Tiere jubelten.

„Wir hätten das ohne dich nie geschafft!“, sagte Cordula stellvertretend für alle und klopfte dem kleinen Gürteltier auf den Rücken. Alle applaudierten.

„Ach, Unsinn“, sagte das kleine Gürteltier verlegen. „Ich habe nur gegraben.“

Aber insgeheim war er ein bisschen stolz. Und die Tiere der Insel wussten: Egal, wie groß die Gefahr ist – solange sie zusammenarbeiten, gibt es immer einen Weg.

Die Pandabären waren sehr beeindruckt. Nicht nur von der wundervollen Insel – nein – sondern von den Bewohnern dieser Insel. Der Zusammenhalt war einfach einmalig und man konnte viel von ihnen lernen.  

„Diese Inselfreundschaft soll ewig andauern!“, beschloss Li-Puh und alle nickten fröhlich. Frohen Herzens und in gutem Glauben, dass es jetzt allen gut gehe, kehrten die Pandabären auf ihre Insel zurück. Bei der Verabschiedung gaben sie sich das Versprechen, sich ganz bald wieder zu besuchen.

Die Geschichte von Panda Li-Puh besteht aus sechs Teilen: Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Teil 5 | Teil 6 (diese Seite)

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1 Gedanke zu „Panda Li-Puh und das mutige Gürteltier“

  1. Vor einigen Wochen habe ich meinem Sohn das erste Mal die Geschichten von Li-Puh vorgelesen und seitdem möchte er gar nichts anderes mehr hören vorm Schlafengehen. Daher bin ich echt über die neue, 6. Geschichte und bin ganz gespannt auf die Fortsetzung.

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