Müde bin ich, geh zur Ruh – Text des bekannten Gebets

Der Text des bekannten Gebets „Müde bin ich, geh zur Ruh“ lautet:

Strophe 1:

Müde bin ich, geh zur Ruh,
schließe meine Augen zu.
Vater, lass die Augen dein
über meinem Bette sein.

Strophe 2:

Hab ich Unrecht heut getan,
sieh es, lieber Gott, nicht an.
Deine Gnad und Jesu Blut
machen allen Schaden gut.

Strophe 3:

Alle, die mir sind verwandt,
Gott, lass ruhn in deiner Hand;
alle Menschen, groß und klein,
sollen dir befohlen sein.

Strophe 4:

Müden Herzen sende Ruh,
nasse Augen schließe zu.
Lass den Mond am Himmel stehn
und die stille Welt besehn.

Text: Luise Hensel

Was bedeutet der Text von Müde bin ich, geh zur Ruh?

Das Gebet mit dem Titel „Müde bin ich, geh zur Ruh“ wurde 1816 von Luise Hensel verfasst. Zu dieser Zeit war die Dichterin und Tochter eines Pfarrers 18 Jahre alt und beschäftigte sich intensiv mit dem christlichen Glauben.

In diesem Zusammenhang ist auch der Text unter der Überschrift „Nachtgebet“ bzw. „Abendlied“ zu verstehen. In der ersten Strophe bittet der Gläubige den lieben Gott („Vater“) vor dem Schlafengehen darum, in der Nacht über ihn zu wachen.

Anschließend bittet der Gläubige in der zweiten Strophe um Vergebung für mögliche Fehler und Sünden, die er während des Tages begangen haben könnte. In diesem Zusammenhang hofft der Betende auf die Gnade Gottes und verweist auf Jesus, der die Sünden der Menschen durch seinen Tod auf sich genommen hat.

Die dritte Strophe schließt die Verwandten des Gläubigen und anschließend die gesamte Menschheit in Form einer Fürbitte in das Gebet ein. Auch für sie wünscht sich der Betende den Schutz des lieben Gottes.

Die vierte und letzte Strophe konkretisiert die Fürbitte des Betenden („Müden Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu“). Außerdem schließt sie mit dem Verweis auf den „Mond am Himmel, der die stille Welt besieht“ den Bogen zur ersten Strophe. Der Mond ist eine Metapher für den lieben Gott, der in der Nacht über den Betenden und die gesamte Menschheit wacht.

Das Gebet zum Anhören und Mitsingen im Video

Ursprünglich wurde der Text als Gebet verfasst. Aufgrund seiner großen Beliebtheit wurden kurze Zeit nach der Entstehung aber bereits erste Melodien mit dem Nachtlied verbunden. Hier kannst du dir das Lied auf YouTube anhören!

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