Schlaflieder: Lieder für Babys und Kinder zum Einschlafen

Zuletzt aktualisiert am 9. März 2021

Singen macht nicht nur Freude und hebt die Stimmung, sondern hat für Babys und kleine Kinder viele positive Auswirkungen. Besonders Schlaflieder sind wichtig für den Nachwuchs, so dass man damit gar nicht früh genug anfangen kann. Eltern, die ihrem Kind selbst vorsingen, tun etwas für die Kindesentwicklung und tragen außerdem zu einem ruhigen Abendritual bei. Das Einschlafen gelingt mit der Begleitung durch Schlaflieder besser, so dass Eltern und Kinder gleichermaßen davon profitieren.

Schlaflieder müssen nicht perfekt gesungen sein

Viele Eltern, die weniger gerne singen, haben Bedenken, dass ihr Gesang nicht gut ankommen wird. Aber keine Sorge, das Baby erwartet zum Glück keine professionellen Töne. Die beruhigende Stimme der Mama oder des Papas zu hören, gefällt ihnen sowieso ganz automatisch. Sie gewöhnen sich an den Klang der Schlaflieder und verbinden dies mit einem vertrauten, warmen Gefühl. In der Vergangenheit war es übrigens ganz selbstverständlich, Kindern ein Abendlied zum Einschlafen zu singen. Auf die Kleinen wirkt dies sehr beruhigend und auch für gestresste Eltern können dies schöne Momente sein, um am Abend zu entspannen. Schnell gewöhnen sie sich wie die Kinder an dieses nette Ritual der Schlaflieder. 

Schon im Bauch mögen Babys Musik 

Wie heute bekannt ist, mögen Babys bereits im Bauch der Mutter Musik. Schon etwa in der 23. Schwangerschaftswoche können sie gut hören. Das gilt nicht nur für alltägliche Geräusche, sondern insbesondere für menschliche Stimmen. Die Stimmen der Eltern sind Neugeborenen, wenn sie auf die Welt kommen, also bereits vertraut. Mit dem Gesang kann also nichts falsch gemacht werden, selbst wenn die Töne der Schlaflieder schief klingen sollten. Noch weniger wichtig ist Kindern der Liedtext. Eltern sollten also die Sorge ablegen, den Text nicht genau zu kennen. Natürlich kann ein Blick auf die Worte des Liedes nicht schaden, sofern dies sicherer macht. Aber selbst abgewandelte Text fallen dem Kind nicht auf. Wer dem Singen nun überhaupt nichts abgewinnen kann, kann es übrigens auch mit dem Summen der Schlaflieder versuchen. Auch dies beruhigt Babys nicht nur am Abend. 

Guten Abend, Gut‘ Nacht

Strophe 1:

Guten Abend, gut’ Nacht,
mit Rosen bedacht,
mit Näglein besteckt,
schlupf unter die Deck’:
Morgen früh, wenn Gott will,
wirst du wieder geweckt.

Strophe 2:

Guten Abend, gut’ Nacht,
von Englein bewacht,
die zeigen im Traum
dir Christkindleins Baum.
Schlaf nun selig und süß,
schau im Traum ’s Paradies.

Text Strophe 1: Clemens Brentano, Text Strophe 2: Georg Scherer, Vertonung: Johannes Brahms.

Schlaf, Kindlein, schlaf

Schlaf, Kindlein, schlaf,
Der Vater hüt die Schaaf,
Die Mutter schüttelts Bäumelein,
Da fällt herab ein Träumelein,
Schlaf, Kindlein, schlaf.

Schlaf, Kindlein, schlaf,
Am Himmel ziehn die Schaaf,
Die Sternlein sind die Lämmerlein,
Der Mond der ist das Schäferlein,
Schlaf, Kindlein, schlaf.

Schlaf, Kindlein, schlaf,
Christkindlein hat ein Schaaf,
Ist selbst das liebe Gotteslamm,
Das um uns all zu Tode kam,
Schlaf, Kindlein, schlaf!

Schlaf, Kindlein, schlaf,
So schenk ich dir ein Schaaf,
Mit einer goldnen Schelle fein,
Das soll dein Spielgeselle seyn,
Schlaf, Kindlein, schlaf!

Schlaf, Kindlein, schlaf,
Und blöck nicht wie ein Schaaf,
Sonst kömmt des Schäfers Hündelein,
Und beißt mein böses Kindelein,
Schlaf, Kindlein, schlaf.

Schlaf, Kindlein, schlaf,
Geh fort und hüt die Schaaf,
Geh fort du schwarzes Hündelein,
Und weck mir nicht mein Kindelein,
Schlaf, Kindlein, schlaf.

Text aus „Des Knaben Wunderhorn“ von Clemens Brentano, Melodie: Johann Friedrich Reichardt

Der Mond ist aufgegangen

Der Mond ist aufgegangen
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar:
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder,
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinste,
Und suchen viele Künste,
Und kommen weiter von dem Ziel.

Gott, laß uns dein Heil schauen,
Auf nichts vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Laß uns einfältig werden,
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich sein!

Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod,
Und wenn du uns genommen,
Laß uns in Himmel kommen,
Du lieber treuer frommer Gott!

So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder!
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon’ uns Gott mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen,
Und unsern kranken Nachbar auch!

Text nach dem „Musen Almanach“ (1779), Gedicht: Matthias Claudius, Melodie: Johann Abraham Peter Schulz

Weißt du, wie viel Sternlein stehen

Weißt du, wie viel Sterne stehen
An dem blauen Himmelszelt?
Weißt du, wie viel Wolken gehen
Weithin über alle Welt?
Gott der Herr hat sie gezählet,
Daß ihm auch nicht eines fehlet,
An der ganzen großen Zahl.

Weißt du, wie viel Mücklein spielen
In der hellen Sonnenglut?
Wie viel Fischlein auch sich kühlen
In der hellen Wasserflut?
Gott der Herr rief sie mit Namen,
Daß sie all’ ins Leben kamen,
Daß sie nun so fröhlich sind.

Weißt du, wie viel Kinder frühe
Stehn aus ihren Bettlein auf,
Daß sie ohne Sorg’ und Mühe
Fröhlich sind im Tageslauf?
Gott im Himmel hat an allen
Seine Lust, sein Wohlgefallen,
Kennt auch dich und hat dich lieb.

Text: Wilhelm Hey, Melodie: Volksweise

Müde bin ich, geh zur Ruh

Müde bin ich, geh zur Ruh,
schließe meine Augen zu.
Vater, lass die Augen dein
über meinem Bette sein.

Hab ich Unrecht heut getan,
sieh es, lieber Gott, nicht an.
Deine Gnad und Jesu Blut
machen allen Schaden gut.

Alle, die mir sind verwandt,
Gott, lass ruhn in deiner Hand;
alle Menschen, groß und klein,
sollen dir befohlen sein.

Müden Herzen sende Ruh,
nasse Augen schließe zu.
Lass den Mond am Himmel stehn
und die stille Welt besehn.

Text: Luise Hensel

Schlaflieder stehen für das Abendritual

Kinder, die ein gewohntes Abendritual wie eine Gute Nacht Geschichte oder Einschlaflieder haben, schlafen besser ein. Denn sie können besser mit dem Tag abschließen, der Aufregendes zu bieten hatte. Durch den Rhythmus der Schlaflieder und dann bereits bekannte Abfolgen der Töne fällt es leichter, sich auf die Nacht einzustellen. Wenn es am Abend ruhig wird und der Schlafanzug angezogen wurde, sollte das Licht gedämmt werden. Die Melodie, die die Mutter oder der Vater dann anstimmt, verbindet sich in dem Gehirn des Babys ganz automatisch mit der täglichen Schlafenszeit. Je früher Eltern mit diesem Ritual anfangen, desto besser ist es. Selbst einfachste, eintönige Schlaflieder haben große Effekte. Sie sind häufig deutlich einprägsamer als moderne Musik. Auch die wiederholten Verse sind wichtig für Kinder, denn je öfter sie Worte hören, desto besser verläuft ihre Sprachentwicklung.

Singen ist Musik von der CD vorzuziehen

Auch wenn Musik-CDs heute gang und gäbe sind und es dabei eine breite Auswahl an Schlafliedern gibt, ist das Selbst-Singen aus gutem Grund vorzuziehen. Es ist persönlicher und besonders dem Baby oder Kleinkind viel vertrauter. Die Stimmung ist eine andere, wenn die Eltern selbst singen. Je entspannter die Eltern selbst beim Vorsingen der Schlaflieder sind, desto besser wird sich diese Stimmung übertragen. Beim Weitersingen können sich die Eltern dann etwas vom Bettchen entfernen, sofern das Kind nahe dem Einschlafen ist. Auf diese Weise hat es das Gefühl, dass noch immer jemand da ist und Geborgenheit gibt.

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